TREVOR RICHARDS
...wurde 1945 in England
geboren. Nach einer ersten Begegnung mit Percussions-lnstrumenten im Alter von vier Jahren
im Kindergarten (und einem Jahr nicht so ergiebiger Klavierlektionen für den
siebenjährigen Trevor), fühlte er sich als Teenager schließlich mit Hilfe vieler
ausgeliehener Schallplatten, Radiosendungen und lokaler Konzerte unwiderstehlich
vom New Orleans Jazz angezogen. Mit Eifer und enthusiastischer Hingabe widmete er sich dem
Erlernen des Schlagzeugspiels, wobei er von einem erfahrenen Lehrer unterstützt wurde. In
den frühen Jahren spielte er mit lokalen Bands und später mit anderen Formationen, bevor
er 1966 von Hamburg aus nach Amerika übersiedelte. Zunächst lebte er in New York und
konnte bei dem berühmten Drummer von Louis Armstrong, Zutty Singleton, informelle Studien
betreiben. Singleton vererbte ihm auch sein Schlagzeug, auf dem er heute noch spielt.
Trevor zog dann nach New Orleans und konnte dort seine Studien fortsetzen, und zwar mit so
legendären Schlagzeugern wie Cie Frazier, Alex Bigard, Louis Barbarin, Freddie Kohlman
und Ray Bauduc. In dieser Zeit wurde er auch in der dortigen Jazz-Szene aktiv. Als
europäisches Mitglied der (schwarzen!) New Orleans-Filiale der Musikergewerkschaft
spielte er in den großen, traditionellen Jazz- und Brassbands dieser Stadt auch in
der Preservation Hall mit den damals noch lebenden Pionieren dieser Musik: Punch
Miller, George Lewis, "Cap'n" John Handy, Manuel Manetta und den Brüdern
Willie, Percy und Earl Humphrey.
Neben diesen Aktivitäten
betrieb Trevor Richards Forschungsarbeit an der Tulane University, für deren New Orleans
Jazz Archive er auch neues Material aufnahm. Er graduierte mit besonderer Auszeichnung in
Linguistik und Musiktheorie und gründete dann 1972 das Trevor Richards New Orleans Trio
mit John Defferary und Boh Barton. Mit dieser Formation tourte er zehn Jahre lang durch
die ganze Welt und trat auf Festivals, Konzerten und Schulungsseminaren auf, außerdem in
Radio- und Fernsehsendungen. Er spielte viele Schallplatten ein und begleitete zahlreiche
Größen des Jazz, darunter Albert Nicholas, Benny Waters, Herb Hall, Wallace Davenport,
Alton Purnell, Louis Nelson, Champion Jack Dupree und frühere Mitglieder der Louis
Armstrong All Stars.
Mit seiner Rückkehr nach
New Orleans 1982 übernahm er die Leitung der Original Camellia Jazz Band, die in den
Jahren 1985-89 in ganz Südost-Asien unterwegs war als einzige New Orleans-Band auf
ständiger Tournee außerhalb der USA. Die Eröffnung des "New Orleans
Restaurant" in Singapur bescherte der Band einen Zwölf-Monats-Vertrag, eine
Schallplatte bei Polydor und die höchste Auszeichnung des "National Endowment of the
Arts" in Washington. D.C.
Dabei gelang es Richards,
zehn Jahre lang (zwischen 1981 und 1991) zusammen eilt Art Hades und danach mit Ralph
Sutton jährlich auf Europa-Tournee zu gehen. Mit seinem New Orleans Trio" und
seiner Band hatte er 1.1.5.-Künstler wie Red Richards, Charlie Gabriel, Gene "Mighty
Flea" Conners, Butch Thormpson, Evan Christopher und Orange Kellin im Gepäck. 1997
gründete er die Band "Legends of the Swing Era", um einzigartige
dokumentarische Aufnahmen und Festival-Auftritte zu realisieren. Beteiligt waren
(mittlerweile z.T. nicht mehr lebende) Musikerlegenden wie Doc Cheatham, Anita O'Day,
Benny Waters, Jay McShann, Lawrence Lucie, Claude Williams, Franz Jackson, Truck Parharn,
Jack Lesberg, Laurel Watson, Dan Barrett und Tom Baker.
In seinem bewegten Leben
lernte Trevor Richards viele wegweisende Jazz-Drummer kennen, die Geschichte machten und
von denen er auch lernte: Paul Barbarin, Louis Bellson, Cozy Cole, Sonny Greer, Jo Jones,
Gene Krupa, Max Roach und George Wettling. Viele Zeitungsartikel und Linernotes für LPs
bzw. CDs sowie die Zusammenstellung von Radioprogrammen begründeten seine Reputation als
Jazz-Historiker.
Er ist auch weiterhin für
die Jazz-Forschung tätig und engagiert/e sich für die Realisierung von Jazz-Editionen,
insbesondere mit dem inzwischen verstorbenen Danny Baker. Daneben arbeitet er auch an
seinem eigenen Jazz-Buch. Trevor hat Festivals organisiert und Jazzproduktionen
koordiniert und arbeitete als Berater für Radio- und Fernsehstationen, Musikagenturen und
Hotels. Außerdem widmete er sich Workshops für traditionelles Schlagzeugspiel. 1993
erhielt er vom Bürgermeister von New Orleans eine Auszeichnung für seine
"herausragenden Verdienste für die Musik der Stadt". 1998 erhielt er einen
europäischen Fachmedienpreis als "Schlagzeuger des Jahres". |

Alex Bigard. New Orleans 1967

Louis Barbarin, Trevor
Richards.
New Orleans 1975

Trevor Richards, Ms. Frazier,
Cie Frazier. New Orleans 1975

Trevor Richards, Freddie
Kohlman.
West Berlin 1976

Cozy Cole, Evelyn Cole,
Trevor Richards. Italien 1980
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